DIE BAND
Dirk Rosenbaum
Schlagzeug
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Jürgen Janßen
Bass__
Karsten Müller
Gesang
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Maik Weber
Gitarre__

Geboren zur Zeit des „kalten Krieges“ im Osten oder besser gesagt in der Geographischen Mitte Deutschlands, dem heutigen Bundesland Thüringen und der damaligen DDR habe ich die ersten 10 Lebensjahre mit meiner Mutter bei meinen Großeltern verbracht. Mein Vater lebte damals, als ich geboren wurde, schon im „Westen“ Deutschlands, weil er als 17-jähriger noch vor dem Mauerbau geflüchtet ist. Bei einem seiner Besuche bei seiner Mutter (meiner Oma) hatte er meine Mutter beim Tanzen kennengelernt und wie es nach Partynächten nun mal so passiert, mich gezeugt.

Sie wollten heiraten, nur war die Hochzeit an Bedingungen und Bestimmungen der DDR- Regierung geknüpft und die lauteten: Entweder der Vater zieht wieder in den Osten oder es gibt Einreiseverbot. Meine Mutter hatte auch parallel einen Ausreiseantrag auf
Familienzusammenführung in die








Bundesrepublik Deutschland gestellt, der selbstverständlich abgelehnt wurde. Da mein Vater also nicht mehr einreisen durfte und wir auch nicht zu ihm, gab es geheime Treffen auf Transitstrecken, auf denen man ohne besondere Dokumente reisen durfte. Beispielsweise wenn Messe in Leipzig war, ging beim Nachbar meiner Großeltern, der als einziger weit und breit ein Telefon hatte, ein Anruf ein, dass sich mein Vater in Leipzig befände. In einer Nacht-und Nebelaktion ist meine Mutter dann mit mir als 5-jährigen mit dem Nachtzug nach Leipzig gereist, um ihn zu suchen und zu treffen. Man bedenke dabei, dass es weder ein gutes Telefonnetz noch sonstige Kommunikationswege gab. Post wurde zensiert und geöffnet. An Handy und moderne Mittel von heute keine Vorstellung. Es gab auch diverse Treffen im östlichen Ausland, wie der damaligen Tschechoslowakei, denn dorthin durften wir als DDR-Bürger problemlos reisen. Wir haben uns dann heimlich beispielsweise in Prag getroffen. Treffpunkte und Zeiten wurden über Mittelsleute vereinbart, weil jegliche Kommunikation zwischen meinem Vater und meiner Mutter ausspioniert wurde.

Für mich als Kind war diese Zeit eine Spannende und hat mich nachhaltig geprägt. Es gab aber auch Zeiten, in denen ich meinen Vater sehr vermisst habe. Erschwerend kamen die Umstände hinzu, dass einige Kinder und Mitschüler mich hänselten oder meinem Vater- ganz im Sinne kommunistischer staatlicher Erziehungsmethoden- faschistische Ideologien unterstellten.

Schon damals hat mich Musik in Freud und Leid begleitet, um meine Stimmungen entsprechend zu untermalen. Ich habe einen Stiefbruder aus erster Ehe meiner Mutter, der 10 Jahre älter ist als ich und der totaler Rolling Stones Fan war. Wenn ich seine Platten und Kassetten gehört habe, habe ich mir ein Lineal geholt und so getan, als würde ich Gitarre spielen. Von echten Instrumenten konnte ich nur träumen. Ich habe mir immer vorgestellt, dass ich auf einer Bühne vor einem riesigen Publikum stehe und mich so präsentiere wie die Stars damals in Ilja Richters Disco.

Kurz nach meinem zehnten Geburtstag hatten es meine Mutter und mein Vater mit ihrer unermüdlichen Kampfeskraft und der aktiven Hilfe der damaligen Bundesregierung dann doch geschafft, dass sie und ich zu meinem Vater in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen durften.
Bis zu diesem Tag bin ich bei meinen Großeltern aufgewachsen, die meine Ersatzeltern waren und ich weiss es noch wie heute, als der Tag des Abschieds kam. Selbst jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, schießen mir Tränen in die Augen.
Aber mit jedem Abschied beginnt auch etwas Neues und so bin ich dann in den „goldenen Westen“ gekommen. Genauer in die Gegend um Wuppertal und Velbert. Es war gerade in der Anfangszeit eine totale Umstellung sowohl in der Schule als auch im Umgang mit anderen Kindern.
Aber da ich schon immer ein anpassungsfähig und kontaktfreudiger Mensch war, fand ich bald Freunde, mit denen ich über viele Jahre von der Schule bis zum jungen Erwachsenen einiges erlebt habe. In der Nähe der elterlichen Wohnung gab es einen Jugendclub, den ich sehr gern besuchte, weil es dort zum einen nette Mitarbeiter mit tollen Angeboten, als auch Mädchen gab.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir uns dort Instrumente selbst bauten und als Imitatoren aufgetreten sind. So etwas wie Miniplayback Stars. Und die Mädels waren unsere ersten Groupies. Ein Mitarbeiter aus dem Jugendclub war der heute in Deutschland bekannte Musicalstar und Sänger  Ulli Wewelsiep, der uns ansprach, ob wir nicht Lust hätten ein Instrument zu lernen und der mich maßgeblich bei meinem musikalischen Werdegang geprägt hat. Ich wünschte mir eine Gitarre und bekam mit 14 meine erste E-Gitarre zu Weihnachten von meinen Eltern geschenkt. In den Gitarrenstunden lernten wir Songs von Pink Floyd, Boom Town Rats, Bob Dylan ... usw...

Bis zur Gründung meiner ersten Band war es nicht mehr weit. Als ich bei einem Klassenkameraden bei einer Party war, entdeckte ich ein Schlagzeug und wir entschlossen uns eine Band zu gründen. Der Name der ersten Band lautete Pollution. Wir probten bei dem Klassenkameraden zu Hause. Hatten Mädels dabei, tranken Rotwein und benahmen und ganz klassisch im Sinne unserer Vorbilder. Wir coverten diverse Rocksongs von Hendrix, Stones, Beatles, etc ...

Aber schon damals machte mir das Covern von Songs nur bedingt Spaß. Ich wollte immer lieber eigene Songs schreiben und spielen. Wusste ich doch, dass man nur so auch etwas von sich in die Musik einbringen kann und von sich etwas erzählt. So gründete ich über kurz oder lang eine neue Band mit dem Namen „Hochspannung“ mit anderen Leuten aus dem Jugendclub. Wir machten eigene Texte und spielten selbst komponierte Songs. Die Texte waren in Deutscher Sprache. Es war die Zeit der Neuen Deutschen Welle und das hat uns in der Auswahl der Sprache geprägt.
Diese Band ist dann auseinander gegangen, weil sich irgendwann immer die Spreu vom Weizen trennt. Ich war der einzige in der Band, der mehr wollte und sich weiterentwickeln wollte. So nahm ich einige Zeit Gitarrenunterricht bei Jörg Lehnhardt, einem sehr sehr guten studierten Gitarristen und trennte mich von der Band. Parallel dazu lernte ich einen weiteren Gitarristen aus einer damals befreundeten Band kennen, der mit seinen Leuten ähnliche Probleme hatte. Wir gründeten daraufhin die Band „Patchwork“ mit dem Bassmann aus seiner Band und dem Drummer aus meinem Umfeld. Deshalb auch der Name „Patchwork“. Ein gute Sängerin hatte wir auch durch Zufall gefunden und so ging es mit eigenen Songs weiter. Unserer Vorbilder waren zu dieser Zeit die Bands U2, Simple Minds, Level 42...etc....Entsprechend orientierten wir uns an der Englischen Sprache und an englischem Sound. Leider hat sich die Band recht schnell aufgelöst, nachdem einige Mitglieder anderen Berufungen gefolgt sind. Der Gitarrist Tim Basaldella und ich als Gitarrist und Sänger sind übrig geblieben und haben mit 4 Spur Aufnahmen zu Hause weitergemacht und Songs geschrieben. Durch Zufall hatten wir in einer Szenekneipe in Wuppertal von dem bekannten Wuppertaler Schlagzeuger Dirk Sengotta zwei Telefonnummern bekommen. Es waren die Telefonnummern vom Schlagzeuger Dirk Rosenbaum (Schlagzeuger heißen alle Dirk) und vom Bassmann Jürgen Janßen. Kurzerhand hatte ich Dirk Rosenbaum angerufen und ein kurzes Treffen zur Demoübergabe von unseren Homerecording-Songs vereinbart. Jürgen Janßen war zu diesem Zeitpunkt noch im Urlaub. Aber schon recht bald, als er wieder da war, gab es ein positives Feedback und der erste Probetermin stand fest. Wir stellten fest, dass wir auf der gleichen Wellenlänge in persönlicher und musikalischer Hinsicht waren und probten eine Zeit lang zu viert. Das Ganze fand in Proberäumen in Wuppertal-Wichlinghausen statt, wo auch andere Band probten. Ich kann mich noch genau erinnern, als ich das erste Mal Karsten Müller begegnet bin, unser späterer Frontmann. Der saß nämlich ganz genüsslich mit einem Groupie auf der Heizung vor unserem Raum und spielte der ungeniert an den Titten rum und fand jede Musikrichtung, wenn sie nicht Hardrock war, stümperhaft. Also auch uns eigentlich, die wir Rock Pop machten. Und das hat er uns gut rübergebracht. Da Dirk Rosenbaum aber noch bei einer Band spielte, bei der Karsten Müller sang und Dirk gar nicht von dessen Hardrock Gesangskünsten überzeugt war, lud er Karsten ein, mal mit uns zu proben. Wir hatten schon einige Songs bis dahin geschrieben und auch im Studio aufgenommen. An diesem Material hat sich Karsten Müller orientiert und dem ganzen mit seiner Stimme und Text das notwendige Etwas gegeben. Es war die Geburtsstunde der Band  „The Sheep“, die unter anderem Rock Förderpreisträger der Stadt Wuppertal wurde und diverse Konzerte (wie auch in der Live Music Hall in Köln) gab. Es war eine sehr kreative Zeit und auch machmal ein klein wenig Rock'n' Roll Starfeeling. Zumindest dann, wenn man zusammen auf Parties kam und die Mädels uns zugeneigt schienen. Irgendwann sind wir aber doch auf Deutsch umgestiegen, weil wir uns in unserer Muttersprache besser ausdrücken konnten und können. Fortan schrieben wir Texte in deutscher Sprache und es folgten ein paar Konzerte. Aber wie es nunmal so ist im Leben. Jeder ist auf der Suche nach sich selbst und seiner Berufung. Und so trennte sich die Band Mitte der Neunziger und jeder ging seiner Wege, wobei ich nach schwerer Krankheit erstmal alles in musikalischer Richtung gelassen habe. Karsten Müller folgte seiner Berufung als Künstler und Bildhauer und hatte durch diverse Prüfungen und dem Entwickeln von Selbstständigkeit weder Zeit noch Muße. Und auch alle anderen haben ihre beruflichen und musikalischen Wege verfolgt. So spielen Dirk Rosenbaum und Jürgen Janßen noch heute zusammen in diversen Coverbands und Tim Basaldella ist weggezogen im Rahmen von Familienplanung und Jobwechsel.

Dennoch konnte ich nicht lange ohne Musik sein und habe dann mit Karsten Müller ein Unplugged Projekt mit Coverversionen durchgeführt. Irgendwann war dann aber der Wunsch nach einer Band mit E-Gitarren und abrocken auf Bühnen wieder entstanden. Es wurde eine Coverband gegründet, bei der auch Dirk Rosenbaum die Drums spielt.

Trotz aller Projekte und Coverbands hat aber der Wunsch nach eigenen Songs nie aufgehört. Und so kam es, dass Karsten Müller, nachdem er ein wenig Gitarre erlernt hatte und ein paar Songideen mit deutschen Texten verfolgt hatte, sich bei den „alten Leuten“ Dirk Rosenbaum, Jürgen Janßen und bei mir gemeldet hat, um wieder gemeinsam unter dem Namen TROYH kreativ und mit viel Spaß Musik machen zu können.

Ich habe bewußt im zweiten Teil mehr Wert auf den musikalischen Werdegang, als auf die persönliche Entwicklung gelegt, weil zur Veröffentlichung meiner Memoiren hier nicht genug Platz wäre und es auch der falsche Rahmen ist. Dafür ist die Beschreibung meiner Kindheit etwas ausführlicher ausgefallen. Es fehlen dennoch einige Dinge, die meine Person kennzeichnen. So auch die Liebe zu Romanischen Sprachen wie Italienisch und Spanisch und ein großes Interesse an  Geschichte diverser Epochen. Ich danke Euch für Euer Interesse und verbleibe mit ...

bacione di maik